Was muss auf eine Handwerker-Website?
Leistungen, Einsatzgebiet, Kontakt, Referenzen, Impressum und Datenschutz: Das gehört auf die Website eines Handwerksbetriebs, und das ist Pflicht.

Kurz gesagt
Auf eine Handwerker-Website gehören klar benannte Leistungen, dein Einsatzgebiet, ein einfacher Weg zur Anfrage, echte Referenzfotos, ein vollständiges Impressum nach § 5 DDG und eine Datenschutzerklärung nach Art. 13 DSGVO. Alles Weitere ist Zugabe.
- Plane die Seite vom Smartphone aus: Knapp 60 Prozent des Web-Verkehrs in Deutschland laufen mobil.
- Nenne Leistungen und Orte so, wie Kunden sie suchen.
- Impressum und Datenschutzerklärung sind Pflicht und gehören in den Footer.
- Zeige eigene Fotos echter Aufträge statt Stockbilder.
- Gib jeder Seite einen eigenen, beschreibenden Titel.
Was muss auf eine Handwerker-Website?
Auf eine Handwerker-Website gehören sechs Dinge: klar benannte Leistungen, dein Einsatzgebiet, ein Weg zur Anfrage, echte Referenzen, ein vollständiges Impressum und eine Datenschutzerklärung. Alles andere ist Zugabe. Wer diese sechs Punkte sauber umsetzt, hat eine Seite, die Besucher verstehen und Google einordnen kann.
Der Artikel geht die Punkte der Reihe nach durch. Dabei trennen wir zwei Dinge: Was das Gesetz verlangt (Impressum, Datenschutz) und was dir Anfragen bringt (Leistungen, Referenzen, Kontaktwege). Beides gehört auf die Seite, aber aus unterschiedlichen Gründen.
Wer schaut sich deine Website an, und womit?
Die meisten Besucher kommen mit dem Smartphone. In Deutschland lag der Anteil mobiler Geräte am Web-Verkehr im September 2026 bei knapp 60 Prozent. Wer nachts einen Rohrbruch hat oder auf der Baustelle schnell einen Elektriker sucht, tippt auf dem Handy.
Für dich heißt das: Plane die Seite vom Handy aus. Die Telefonnummer muss sich mit einem Fingertipp wählen lassen, Texte müssen ohne Zoomen lesbar sein, und Buttons müssen mit dem Daumen treffbar sein. Google bewertet zudem vor allem die mobile Version deiner Seite. Laut Google Search Central wird die mobile Fassung für Indexierung und Ranking genutzt. Zeigt sie weniger Inhalt als die Desktop-Fassung, kann das laut Google zu Traffic-Verlust führen.
Welche Inhalte bringen Anfragen?
Anfragen kommen, wenn Besucher in wenigen Sekunden erkennen, was du machst, wo du arbeitest und wie sie dich erreichen. Die folgende Übersicht zeigt, was auf die Startseite gehört und warum.
| Baustein | Was drinsteht | Warum er wichtig ist |
|---|---|---|
| Leistungen | Gewerk und konkrete Arbeiten, zum Beispiel Badsanierung, Heizungstausch, Küchenmontage | Besucher erkennen sofort, ob du ihr Problem löst |
| Einsatzgebiet | Ort, Landkreis oder Umkreis in Kilometern | Spart unpassende Anfragen und hilft bei der Suche nach Betrieben vor Ort |
| Kontaktweg | Telefon, E-Mail, Formular, Öffnungs- oder Erreichbarkeitszeiten | Wer nicht sofort Kontakt findet, ruft den nächsten Betrieb an |
| Referenzen | Echte Fotos eigener Arbeiten mit kurzer Beschreibung | Zeigen Qualität besser als jede Behauptung |
| Über uns | Wer du bist, wie viele ihr seid, seit wann es den Betrieb gibt | Schafft Vertrauen vor dem ersten Anruf |
| Rechtstexte | Impressum und Datenschutzerklärung, im Footer verlinkt | Sind Pflicht und schützen vor Abmahnungen |
Leistungen: Schreib auf, was Kunden suchen
Nenne Leistungen so, wie Kunden sie googeln. Statt „Umfassende Lösungen rund ums Haus“ schreibst du „Badsanierung“, „Dachrinne reinigen“ oder „Elektroprüfung E-Check“. Jede wichtige Leistung bekommt eine eigene Unterseite oder zumindest einen eigenen Abschnitt mit zwei, drei Sätzen: Was machst du, für wen, wie läuft es ab?
Einsatzgebiet: Nenne Orte beim Namen
Schreib die Orte hin, in denen du arbeitest. Besucher wollen wissen, ob du zu ihnen kommst. Ein Satz wie „Wir arbeiten in Augsburg und im Umkreis von 30 Kilometern“ reicht. Ergänze dein Google-Unternehmensprofil mit denselben Angaben, damit Seite und Profil zusammenpassen.
Kontakt: Mach den ersten Schritt leicht
Telefonnummer und E-Mail gehören sichtbar in den Kopfbereich und in den Footer. Ein kurzes Formular mit wenigen Feldern senkt die Hürde für Anfragen außerhalb der Arbeitszeit. Frag nur, was du für ein erstes Angebot brauchst: Name, Rückrufnummer, Ort, kurze Beschreibung. Je mehr Pflichtfelder, desto weniger Absendungen.
Referenzen: Eigene Fotos statt Stockbilder
Zeige Arbeiten, die du wirklich gemacht hast: vorher und nachher, mit Ort und Art des Auftrags. Wenn Kunden auf Fotos erkennbar sind oder Adressen sichtbar werden, hol vorher ihr Einverständnis ein. Verzichte auf erfundene Bewertungen und Kundennamen. Sie schaden mehr, als sie nützen, und sind rechtlich riskant.

Was gehört ins Impressum?
Ins Impressum gehören Name, Anschrift, Kontaktdaten und eine Steuernummer-Angabe in Form der USt-IdNr. oder Wirtschafts-IdNr. Die Pflicht ergibt sich vor allem aus § 5 Digitale-Dienste-Gesetz (DDG). Der Zentralverband des Deutschen Handwerks nennt als Zweck, dass Kunden dich kontaktieren und die Seriosität des Betriebs prüfen können. Das gilt für Deutschland. Für Österreich gelten eigene Regeln, die dieser Artikel nicht behandelt.
- Vollständiger Vor- und Nachname bei Einzelunternehmen, bei Gesellschaften Firmenname, Rechtsform und Vertretungsberechtigte
- Ladungsfähige Anschrift mit Straße und Hausnummer. Ein Postfach reicht nicht
- E-Mail-Adresse und Telefonnummer
- USt-IdNr. oder, wenn du keine hast, die Wirtschafts-IdNr.
- Registergericht und Registernummer, falls du im Handelsregister stehst
- Bei Gesundheitshandwerken wie Hörakustik oder Zahntechnik: zuständige Handwerkskammer und gesetzliche Berufsbezeichnung
Die Wirtschafts-IdNr. wird laut ZDH seit Ende 2024 automatisch zugeteilt. Hast du eine USt-IdNr., reicht sie aus. Das Impressum muss leicht erkennbar, unmittelbar erreichbar und ständig verfügbar sein. In der Praxis heißt das: ein Link „Impressum“ im Footer jeder Seite, höchstens zwei Klicks entfernt. Fehlerhafte oder fehlende Angaben gelten als Verstoß gegen das Wettbewerbsrecht, Mitbewerber können abmahnen.
Was muss in die Datenschutzerklärung?
Sobald deine Seite Daten verarbeitet, brauchst du eine Datenschutzerklärung nach Art. 13 DSGVO. Das passiert schon bei einem Kontaktformular, bei Server-Logfiles und bei eingebetteten Karten oder Videos. Die Erklärung muss in verständlicher Sprache sagen, wer verantwortlich ist, welche Daten du zu welchem Zweck und auf welcher Rechtsgrundlage verarbeitest und wie lange du sie speicherst.
- Name und Kontaktdaten des Verantwortlichen, also von dir
- Zwecke und Rechtsgrundlage der Verarbeitung, zum Beispiel Beantwortung einer Anfrage
- Empfänger der Daten, etwa dein Hoster oder ein E-Mail-Dienst
- Dauer der Speicherung oder Kriterien dafür
- Rechte der Betroffenen: Auskunft, Berichtigung, Löschung, Widerspruch und Beschwerde bei der Aufsichtsbehörde
- Hinweis auf Übermittlung in Drittländer, falls du solche Dienste einbindest
Erstelle den Text für deinen konkreten Fall. Eine Vorlage aus dem Netz passt nur, wenn sie exakt die Dienste beschreibt, die auf deiner Seite laufen. Bindest du Tracking-Tools oder externe Inhalte ein, kommt zusätzlich eine Einwilligung der Besucher ins Spiel. Je weniger externe Dienste du nutzt, desto kürzer und einfacher wird die Erklärung.
Wie sieht eine gute Seitenstruktur aus?
Für die meisten Handwerksbetriebe reichen fünf bis sieben Seiten. Mehr Seiten sind nur sinnvoll, wenn du auch mehr zu sagen hast. Entscheidend ist, dass jede Seite einen klaren Zweck hat und im Menü leicht zu finden ist.
Häufiger Fehler
- Startseite mit Slogan, aber ohne Leistung und Ort
- Telefonnummer nur als Bild oder im Impressum versteckt
- Stockfotos von Menschen, die nie bei dir gearbeitet haben
- Jede Seite heißt im Browser-Tab nur „Home“ oder „Startseite“
Besser so
- Startseite nennt Gewerk, Ort und einen Anruf-Button gleich oben
- Telefonnummer als klickbarer Link in Kopfbereich und Footer
- Eigene Fotos von echten Aufträgen mit kurzer Beschreibung
- Jede Seite hat einen eigenen Titel mit Leistung und Ort
Der letzte Punkt wird oft vergessen. Google rät, Seitentitel beschreibend und für jede Seite einzigartig zu formulieren, kurz zu halten und auf Wiederholungen von Suchbegriffen zu verzichten. Vage Titel wie „Home“ sind ausdrücklich ein Beispiel dafür, was du vermeiden solltest. Besser: „Badsanierung in Augsburg | Mustermann Sanitär“.
Worauf achtest du bei Technik und Tempo?
Eine Handwerker-Website muss schnell laden und sicher sein. Dazu gehört HTTPS, also die verschlüsselte Verbindung, die du am Schloss im Browser siehst. Große Fotos werden vor dem Hochladen verkleinert, damit die Seite auch bei schwachem Mobilfunk schnell erscheint. Wie du das prüfst, steht in unserem Artikel zur Ladezeit mit PageSpeed Insights.
Wenn deine alte Seite diese Punkte nicht erfüllt, lohnt sich oft ein Neuaufbau statt ständiger Flickerei. Woran du das erkennst, zeigt der Artikel Website veraltet? 8 Anzeichen.
Eine Checkliste für den Start
Leistungen sammeln
Schreib auf, was du anbietest, und benenne es so, wie Kunden danach suchen.
Einsatzgebiet festlegen
Lege fest, welche Orte oder welchen Umkreis du bedienst, und nenne sie auf der Seite.
Fotos machen
Fotografiere abgeschlossene Aufträge in guter Qualität und hol bei erkennbaren Personen oder Adressen das Einverständnis ein.
Kontaktwege einbauen
Telefon klickbar, E-Mail sichtbar, optional ein kurzes Formular.
Rechtstexte erstellen
Impressum und Datenschutzerklärung für deine Seite schreiben und im Footer verlinken.
Auf dem Handy testen
Öffne die Seite auf einem Smartphone und rufe über sie dich selbst an.
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Häufige Fragen
Brauche ich als Kleinbetrieb ein Impressum?
Ja, sobald du auf deiner Website Leistungen anbietest, brauchst du in Deutschland ein Impressum nach § 5 DDG. Es muss leicht erkennbar, unmittelbar erreichbar und ständig verfügbar sein, zum Beispiel als Footer-Link.
Reicht ein Postfach als Adresse im Impressum?
Nein. Gefordert ist eine ladungsfähige Anschrift mit Straße und Hausnummer. Ein Postfach allein reicht laut e-recht24 nicht aus.
Wie viele Seiten braucht eine Handwerker-Website?
Für die meisten Betriebe reichen fünf bis sieben Seiten: Startseite, Leistungen, Referenzen, Über uns, Kontakt sowie Impressum und Datenschutz. Wichtiger als die Zahl ist, dass jede Seite einen klaren Zweck hat.
Brauche ich eine Datenschutzerklärung, wenn ich nur ein Kontaktformular habe?
Ja. Sobald Daten verarbeitet werden, etwa durch ein Formular oder Server-Logfiles, musst du nach Art. 13 DSGVO informieren, wer verantwortlich ist, wofür du Daten nutzt und welche Rechte Besucher haben.
Sind Stockfotos erlaubt?
Erlaubt sind sie, wenn die Lizenz stimmt. Für Vertrauen sind eigene Fotos echter Aufträge aber deutlich besser, weil Besucher so sehen, was du wirklich machst.
Quellen
- ZDH Praxis Recht: Impressumspflicht. zdh.de, abgerufen am 19. Oktober 2026
- e-recht24: Impressum für Handwerker. e-recht24.de, abgerufen am 19. Oktober 2026
- Art. 13 DSGVO: Informationspflicht bei Erhebung personenbezogener Daten. dsgvo-gesetz.de, abgerufen am 19. Oktober 2026
- StatCounter: Desktop vs. Mobile vs. Tablet Market Share Germany. gs.statcounter.com, abgerufen am 19. Oktober 2026
- Google Search Central: Mobile-first indexing best practices. developers.google.com, abgerufen am 19. Oktober 2026
- Google Search Central: Title links. developers.google.com, abgerufen am 19. Oktober 2026
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